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Zurück im NS-Zwangsarbeiterlager

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Ugo Brilli (95) kam im September für zwei Tage zurück in das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin-Schöneweide. Er war dort von Ende 1944 bis zur Befreiung interniert. Gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Tochter besuchte er die Ausstellungen. Schüler zweier Berliner Schulen trafen den letzten (bekannten) Überlebenden des Lagers zu intensiven „Zeitzeugengesprächen“. Auch in einer gut besuchten Abendveranstaltung von Italienischem Kulturinstitut und Dokumentationszentrum berichtete Ugo Brilli lebhaft von seiner Deportation in das Lager, dem Überleben dort, der Arbeit in „kriegswichtigen Betrieben“, von der Befreiung und der Rückkehr zu seiner Familie nach Italien.

In Berlin-Schöneweide befindet sich das einzige noch weitgehend erhaltene ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager. Mitten in einem Wohngebiet wurden ab 1943 Baracken errichtet in denen einige tausend Zwangsarbeiter untergebracht werden sollten. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte es zu den mehr als 3.000 über das Berliner Stadtgebiet verteilten Sammelunterkünften für Zwangsarbeiter. Auch die insgesamt 650.000 „Italienischen Militärinternierten“ (im NS-Jargon: Imi) wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Im Sommer 2006 wurde auf einem Teil des heute denkmalgeschützten historischen Geländes das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eröffnet.

http://www.dz-ns-zwangsarbeit.de/